Freistellung für Eltern von Kindern mit COVID19-Risiko

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer fordert Ausweitung der Risikogruppe: „Eltern dürfen nicht zur gesundheitlichen Gefahr für ihre Kinder werden!“

„Für ArbeitnehmerInnen mit Kindern, die zur COVID19-Risikogruppe gehören, und kein Home-Office machen können, braucht es dringend eine Lösung“, betont AK-Vizepräsidentin Manuela Auer. Sie fordert die Bundesregierung auf, auch die betroffenen Eltern selbst in die Risikogruppe aufzunehmen und ihnen damit eine bezahlte Dienstfreistellung zu ermöglichen. Bis dahin brauche es aber dringend eine Übergangslösung. „Damit eine unbezahlte Dienstfreistellung bei Eltern mit Kindern, die zur COVID19-Risikogruppe gehören, nicht zu finanziellen Engpässen führt, muss das Land Mittel aus dem Härtefonds freigeben“, fordert die AK-Vizepräsidentin.   
 
„Für Eltern von Kindern, die zur COVID19-Risikogruppe gehören, ist die CORONA-Krise besonders dramatisch. Nicht nur, dass sie sowie schon um die Gesundheit ihrer Kinder bangen müssen, weil sie etwa krebskrank sind, eine Transplantation hinter sich haben oder einen angeborenen Herzfehler, um nur einige Beispiele zu nennen. Nein, sie müssen auch noch zusätzlich Angst haben, ihre Kinder mit dem Corona-Virus anzustecken und sie damit zusätzlich in Lebensgefahr zu bringen. Uns erreichen verzweifelte Hilfsappelle von betroffenen Eltern“, schildert Auer die Situation. Für viele sei ein Home-Office nicht möglich, etwa für Handelsangestellte oder Beschäftigte im Gesundheitswesen. Zu den Sorgen um die Kinder kämen jetzt auch noch finanzielle Ängste, weiß die AK-Vizepräsidentin. 
 
„Viele dieser betroffenen Eltern müssen arbeiten gehen, obwohl sie ihre Kinder, die ein geschwächtes Immunsystem haben, damit massiv gefährden. Das ist ein Skandal“, urteilt Auer. „Auch sie als Angehörige müssen die Möglichkeit einer bezahlten Dienstfreistellung bekommen.“ Zudem brauche es einen Kündigungsschutz auch für die Zeit nach der Dienstfreistellung.
 
Manuela Auer fordert daher die Bundesregierung auf, in Sachen Risikogruppen endlich Klarheit zu schaffen und die Eltern von Kindern, die zur COVID19-Risikogruppe gehören, ebenfalls in die Risikogruppe mit aufzunehmen. Dadurch würde ihnen eine Freistellung mit Lohnfortzahlung ermöglicht, wenn sie nicht im Home-Office arbeiten können. Als Übergangslösung schlägt Auer eine finanzielle Unterstützung der betroffenen Familien aus dem Vorarlberger Härtefonds vor. 
 
„Es ist unsere Pflicht, besonders hilfsbedürftige Kinder zu schützen und sicherzustellen, dass ihre Eltern finanziell abgesichert sind! Es darf daher nicht sein, dass Eltern zu einem zusätzlichen Gesundheitsrisiko für ihre Kinder werden, indem sie außer Haus arbeiten, sich dort möglicherweise mit dem Corona-Virus infizieren und ihre Kinder damit zusätzlich gefährden“, appelliert Auer an die politischen Verantwortlichen. 
 
Abschließend weist die AK-Vizepräsidentin in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit hin, die Risikogruppe auch in anderen Bereichen auszuweiten. Hier gebe es noch viele offene Baustellen. So fordert Auer auch eine Aufnahme von MitarbeiterInnen in systemrelevanten Berufen in die Risikogruppe, sollten sie medizinisch gesehen dazu gehören. Das Virus mache schließlich keinen Unterschied, in welcher Branche man arbeite. Zudem fordert Auer eine Ausweitung der Risikogruppe auf Angehörige, die mit Familienmitgliedern zusammenleben, die ebenfalls zur Risikogruppe gehören.