Bildungspolitische Forderungen an die neue Landesregierung

LehrerInnenvertreter kritisieren Bürokratiewahnsinn und fehlendes Unterstützungspersonal

Gerhard Unterkofler,  Vorsitzender der FSG-PflichtschullehrerInnengewerkschaft, und Willi Witzemann von den Freien LehrerInnen, der größten PflichtschullehrerInnengruppe Vorarlbergs, stellen der neuen Landesregierung ein Forderungspaket in Sachen Bildung vor die Tür.

„Auch in Vorarlberg gibt es viele Problemschulen, die dringend eine zusätzliche Unterstützung benötigen. Diese Schulen können nicht mehr jahrelang ausharren“, so der LehrerInnengewerkschafter Unterkofler. Man könne nicht auf den Bund warten, sondern müsse das bildungspolitische Steuer selbst in die Hand nehmen. „Österreich ist Schlusslicht, was das Unterstützungspersonal an den Schulen betrifft“, fügt Unterkofler hinzu. „Wir fordern deshalb, zusätzliche BeratungslehrerInnen, Fachpersonal für die Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Integration und Familienhilfe.“

Weniger Bürokratie, dafür mehr Bildung
Ein weiteres Problemfeld sieht der Vorsitzende der LehrerInnen-Personalvertretung Willi Witzemann in der ausufernden Bürokratieflut. „Wenn der Staat zunehmend Papierkram und Verwaltungsaufgaben den Schulen aufbürdet, muss er auch dafür sorgen, dass diese Arbeit von Sekretariatskräften erledigt wird, so wie das auch an Bundesschulen der Fall ist. Die administrative Entlastung muss ausgebaut werden.“ Immer mehr Lehrpersonen seien außerdem überlastet und dem Burnout nahe, das zeigten auch großangelegte Untersuchungen. Eine professionelle Gesundheitsfürsorge für das Lehrpersonal ist deshalb schon längst überfällig, leider hat die bisherige Schullandesrätin auf unsere Vorschläge nicht reagiert.

Forderungspaket
Außerdem fordern Gerhard Unterkofler und Willi Witzemann von der zukünftigen Landesregierung:

  • beitragsfreie Ganztagsbetreuung
  • Weiterführung des Modells Vorarlberg zur Einführung der Gemeinsamen Schule
  • großangelegte Werbeaktionen für das Lehramtsstudium und eine praxisnahe LehrerInnenausbildung
  • keine landesweite Sprengelauflösung, da dies die Entstehung von Ghettoschulen fördert, stattdessen muss eine gute soziale Durchmischung der Schulen das Ziel sein.
  • Vorarlberg soll als Schulversuch schrittweise einen verpflichtenden Ethikunterricht für alle Pflichtschüler einführen
  • ZweilehrerInnensystem in der Primarstufe