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»Post bleibt Baustelle«

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer sieht nach wie vor Verbesserungsbedarf rund um die Post-Zustellung

Die Urlaubszeit steht an und auch bei der Post wollen die MitarbeiterInnen nach turbulenten Monaten endlich ihre verdiente Erholungszeit in Anspruch nehmen. Aufgrund einer zu dünnen Personaldecke kam es im vergangenen Sommer zum Kollaps. Briefe, Pakete und andere Postsendungen stapelten sich in den Verteilzentren und wurden verspätet oder gar nicht zugestellt. Nach monatelangem Intervenieren der Postgewerkschaft und einer Unterschriftenaktion mit über 10.200 Unterstützern auf Initiative von AK-Vizepräsidentin Manuela Auer hat die Post reagiert und Verbesserungen angekündigt.

Durchwachsene Bilanz

Auer begrüßt die - wenn auch späte - Einsicht beim Postmanagement, dass die Rahmenbedingungen für die MitarbeiterInnen dringend verbessert werden müssen. „Die Post ist bemüht, mehr Personal einzustellen. Das muss weiterhin oberste Priorität haben“, fordert Auer. Auch den kürzlich erzielten Lohnabschluss wertet Auer positiv. „Die  PostgewerkschafterInnen konnten hier eine akzeptable Erhöhung von 2,6 bzw. 2,8 Prozent für jene, die dem Kollektivvertrag-Neu unterliegen, erzielen“, gratuliert Auer den VerhandlerInnen auf ArbeitnehmerInnenseite. „Besonders freut mich auch, dass wir die Klage gegen den Postgewerkschaftsvorsitzenden Franz Mähr abwenden konnten.“

Hohe Belastungen

Auer warnt aber das Management davor, sich jetzt im Sessel zurückzulehnen. „Die MitarbeiterInnen klagen in Gesprächen mit mir nach wie vor über hohe Belastung und über Druck, der auf sie ausgeübt wird“, berichtet Auer. Darum würden viele neue MitarbeiterInnen nach kurzer Zeit wieder kündigen. „Die Personalfluktuation ist weiterhin überdurchschnittlich hoch.“ So kommt die Post auch aus dem Teufelskreis nicht heraus, dass langjährige, erfahrene MitarbeiterInnen mehr mit der Einschulung neuer MitarbeiterInnen beschäftigt sind, als mit ihrer eigentlichen Arbeit. Gerade jetzt im Sommer wird sich zeigen, wie gut die bisher gesetzten Maßnahmen der Post sind. „Engpässe mit Ferialkräften zu verhindern, kann nicht die Dauerlösung sein“, kritisiert Auer.

Weitere Verbesserungen gefordert

„Ich bleibe daher bei den Forderungen: mehr Personal, bessere Bezahlung und kleinere Zustellbezirke“, fordert Auer eine fortlaufende Verbesserung der Rahmenbedingungen für die MitarbeiterInnen. Ein Ansatzpunkt ist für Auer das Einstiegsgehalt. „Das Lohnniveau muss, unabhängig von der jährlichen Erhöhung, generell angehoben werden.“ Auer fordert für die Arbeit der PostmitarbeiterInnen einen Mindestlohn in Höhe von 1.700 Euro. „Das ist ein erster Schritt zu mehr Attraktivität, um der angespannten Personalsituation entgegenzuwirken“, betont die AK-Vizepräsident und verspricht, sich weiter für Verbesserungen einzusetzen.

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