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»KV-Löhne auch für EU-Arbeitskräfte«

AK-Vizepräsidentin Auer: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort!

„Die EU muss Antworten auf die Sorgen der Menschen geben, sonst nimmt der Nationalismus zu. Das Ziel der EU-Kommission kann nicht nur Liberalisierung sein.“ Das meint AK-Vizepräsidentin LAbg. Manuela Auer. Derzeit sei zu beobachten, dass auch in Vorarlberg vermehrt EU-Arbeitskräfte – etwa auf Baustellen - eingesetzt würden. Manuela Auer: „Diese Arbeiter kommen zumeist aus osteuropäischen Ländern und werden von Subunternehmern, die für Vorarlberger Firmen arbeiten, beschäftigt.

Die gegenwärtigen EU-Regeln ermöglichen den Unternehmen auf diese Weise, die in Österreich geltenden  Kollektivvertragsbestimmungen zu umgehen. Das hat zur Konsequenz, dass die EU-Arbeitskräfte zumeist nicht den gleichen Lohn erhalten, wie heimische ArbeitnehmerInnen. Anders gesagt: Das ist pures Lohndumping!“

Kontrollen in Vorarlberg mit Verdacht auf Lohndumping

So zeigt eine Statistik der österreichischen Bauarbeiter-Urlaubsund Abfertigungskassa (BUAK), dass der Verdacht auf Lohndumping bei grenzüberschreitender Arbeitskräfteentsendung massiv ansteigt. So war im Jahr 2015 die Wahrscheinlichkeit von Unterentlohnung bei grenzüberschreitend tätigen Bauunternehmen mit entsandten  ArbeitnehmerInnen 50 Mal höher als bei lokalen Anbietern. In Vorarlberg steht ein Drittel von 70 kontrollierten Betrieben im Verdacht, ihren Arbeitern weniger zu zahlen als regional üblich ist.

AK-Vizepräsidentin LAbg. Manuela Auer appelliert daher an die Bundesregierung, den Vorsitz im EU-Rat dafür zu nutzen, dass Arbeitskräfte für die gleiche Arbeit am gleichen Ort auch den gleichen Lohn erhalten. Des Weiteren fordert sie:

• Ein klares Bekenntnis zum Kampf gegen Sozialdumping.
• Konkrete Maßnahmen gegen Scheinentsendungen.
• Der Lohn, der bei Entsendungen zu zahlen ist, muss Grundlage für die Sozialversicherungsbeiträge im Heimatland sein.
• Die Verpflichtung des Arbeitgebers bei Entsendungen den ArbeitnehmerInnen die Aufwendungen zu ersetzen.
• Die Klarstellung, dass die Entsenderichtlinie auch im Verkehrssektor zur Anwendung kommt.

Die AK-Vizepräsidentin abschließend: „Kollektivvertragslöhne und das Arbeitsrecht müssen für alle ArbeitnehmerInnen gelten!

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