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»"Stille Machtergreifung"«

Buchpräsentation im Theater Kosmos

Im gut besuchten Theater Kosmos hörten als Ehrengäste SPÖ-Landtagsabgeordneter Reinhold Einwallner, der Personalvertreter der Pflichtschullehrer, Gerhard Unterkofler und der Zentralbetriebsrat der Krankenhäuser, Thomas Steurer gespannt zu, welche verdeckten Machenschaften hinter den Kulissen bei der FPÖ ablaufen. Hans-Henning Scharsach beleuchtet den Präsidentschaftswahlkamptf von Norbert Hofer, den er als Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne bezeichnet. Hans-Henning Scharsach hat über Jahre hinweg recherchiert und noch zum Teil unbekannte Details an die Öffentlichkeit gebracht. So etwa, dass ein kleiner, verschworener Kreis die FPÖ in Besitz genommen hat. Zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.

Ganz oben an der Parteispitze stehe mit Heinz-Christian Strache das ehemalige Mitglied einer der extremsten Neonazi-Gruppen im deutschsprachigen Raum. Strache habe seine Freizeit in den 80er Jahren der deutschnationalen Wiking Burschenschaft gewidmet. In Fulda gab es bei einer Demo einen Sturm auf eine Synagoge, bei der Strache einer von 20 festgenommenen Tätern gewesen sei. Auch der Vorarlberger FPÖ-Landesparteichef Reinhard Bösch ist Mitglied einer rechten Burschenschaft – der Teutonia Wien. Die Burschenschafter haben laut Hans-Henning Scharsch zwei Ziele: die arische Rasse zu schützen und die Wiedervereinigung mit Deutschland herbeizuführen.

Vor allem der Social Media Bereich bietet den Rechten eine neue Plattform, ihr Gedankengut zu verbreiten. Wie Hans-Henning Scharsch recherchiert hat, werden frei erfundene Geschichten bewusst gepostet, um im Netz aufzuwiegeln. Strache erfindet laut Scharsach Überfälle auf Billa und Hofer, um den Unmut gegen „Ausländer“ zu schüren. Sogar die jüngsten Schlagzeilen, wonach der Wiener Bürgermeister Erich Häupl Journalisten verboten hätte, über Straftaten von Migranten zu berichten, beruhen auf von Strache bewusst gestreuten Falschmeldungen. Der FPÖ-Chef poste auch immer wieder Videos und Fotos von schlimmen Ereignissen und setze sie in einen falschen Zusammenhang, nur mit dem Ziel, zu hetzen.

Hans-Henning Scharsach, langjähriger Leiter der Auslandsressorts von „Kurier“ und „News“, ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Der Experte für Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Neonazismus moderierte 15 Jahre die Zeitzeugengespräche zum Jahrestag des Novemberpogroms im Wiener Volkstheater. Zu seinen Büchern zählen die Bestseller „Haiders Kampf“, „Haiders Clan“, „Europas Populisten“ und „Die Ärzte der Nazis“ und "Strache - Im braunen Sumpf".

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