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»Sackgasse Pflegelehre!«

FSG-Zentralbetriebsrat Thomas Steurer: „Die Ausbildung zur Assistenz führt zu Frustration!“

Das Thema Pflegelehre wird – trotz klarer Nachteile für junge Menschen – immer noch von Teilen der Politik als Lösung für die Zukunft beworben. Dabei ist die Sachlage klar. Thomas Steurer, Zentralbetriebsrat der Landeskrankenhäuser warnt: „Die Pflegelehre bringt nicht die nötigen Fachleute hervor“. Der Grund liegt auf der Hand. Geplant ist, dass die  Pflegelehre mit dem Abschluss „Pflegeassistenz“ endet.

Der FSG-Arbeitnehmervertreter dazu: „In der Krankenpflegeschule erreicht man diesen Abschluss schon nach einem Jahr. Warum sollen also junge Leute eine vierjährige Ausbildung machen, wenn derselbe Abschluss schon nach 12 Monaten möglich ist?“

Anforderungen in der Pflege steigen ständig

Zudem bringe diese Ausbildung nicht die dringend benötigten Fachkräfte. Die behauptete Entlastung in der Pflege werde so - weder im akuten noch im Langzeitbereich – mit Sicherheit nicht erreicht, kritisiert Thomas Steurer. Und weiter: „Assistenzleistungen sind natürlich notwendig. Die Anforderungen im Pflegebereich steigen aber permanent. Wer also behauptet, damit den Engpass in der Pflege bekämpfen zu können, liegt gänzlich falsch.“ Das Modell der Pflegelehre mit dem Abschluss „Pflegeassistenz“ sei letztlich eine Sackgasse. Vielmehr müssten die politisch Verantwortlichen ihre Bemühungen verstärken, mehr Pflegefachkräfte für den gehobenen Dienst auszubilden.

Grundsätzliches nicht geregelt

Wie wenig durchdacht die Forderung nach der Lehrausbildung im Pflegebereich ist, zeigt nach Ansicht von Steurer auch die Tatsache, dass grundsätzliche Dinge der Ausbildung noch gar nicht geregelt seien. Bei Lehrberufen sind u.a. Lehrstelle, Lehrherr, Lehrlingsentschädigungen klar geregelt. „Davon ist jedoch in den Diskussionen über die Ausbildung keine Rede“, kritisiert Thomas Steurer.

Junge Menschen an höheren Schulen begeistern

Unterstützt wird von Steurer allerdings die Idee, junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern. So wird bundesweit derzeit überlegt, einen Zweig an einer höheren Schule anzubieten, der das Ziel hat, Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr an den Pflegeberuf heranzuführen. Anschließend – so der Vorschlag – werde mit bekannten Ausbildungen an den entsprechenden Schulen begonnen.

Thomas Steurer abschließend: „Uns in den Krankenhäusern und Pflegeheimen wäre mehr geholfen, wenn die Politik diese gute Idee mit aller Kraft weiterentwickelt und in die Praxis umsetzen würde.“

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