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»Pflegelehre wäre Überforderung«

Pflegelehre wäre Überforderung

AK Vizepräsidentin Auer: „Bausteine in der Pflege sehen anders aus“!

„An kranken Menschen darf nicht gespart werden.“ Das sagt heute AK Vizepräsidentin Manuela Auer zur immer wieder erhobenen Forderungen aus ÖVP und FPÖ Kreisen nach Einführung einer Pflegelehre. Damit befindet sich Auer auf einer Linie mit den sozialdemokratischen ArbeitnehmervertreterInnen aus den Gewerkschaften GÖD und younion.

Thomas Steurer, Vorsitzender der Gesundheitsgewerkschaft GÖD und Elke Zimmermann von der Gewerkschaft younion/FSG sehen im Ansinnen der schwarz-blauen Vorstöße lediglich Einsparungsmaßnahmen auf Kosten der Pflegebedürftigen. Selbst hochmotivierte Jugendliche würden in der täglichen Realität schnell an ihre Grenzen gelangen. Thomas Steurer: „Die Arbeit als Pflegekraft verlangt von den Pflegekräften mental und körperlich ungemein viel. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Jugendliche mit 14 oder 15 Jahren die an sie gestellten hohen mentalen und physischen Anforderungen in diesem Beruf tatsächlich zufriedenstellend erfüllen können.“ Elke Zimmermann pflichtet ihm bei: „Es handelt sich um besonders belastende Herausforderungen, weil täglich, rund um die Uhr, mit schwerkranken und sterbenden Menschen umgegangen werden muss.“ Und weiter: „Es liegt auf der Hand, dass die Abbrecherquote in einer solchen Lehrausbildung enorm hoch wäre.“ Bereits einmal, so Zimmermann weiter, sei die Pflegelehre, damals in einer Kombination mit einer Dienstleistungslehre, als Pilotprojekt in Vorarlberg angeboten worden. Die Erfahrung habe gezeigt, dass nur ein Bruchteil der jungen Menschen die Pflegelehre abgeschlossen habe.

Manuela Auer: „Ziel muss sein, die Pflege – vor allem die Langzeitpflege – personell längerfristig abzusichern“. Daher seien die derzeitigen Einstiegsvoraussetzungen jedenfalls beizubehalten, bekräftigen Auer und die beiden Arbeitnehmervertreter:

• Antrittsalter - Mindestalter von 17 Jahren

• Praktikumsnachweis bevor die Ausbildung begonnen wird

• Abgeschlossene Berufsausbildung oder Abschluss einer weiterführenden Schule

Thomas Steurer dazu: „Das Angebot an den bestehenden Krankenpflegeschulen, für die einjährige Ausbildung zur Pflegeassistenz oder der zweijährigen Ausbildung zur Pflegefachassistenz, sehen wir als den effizienteren und attraktiveren Weg an. Aus diesen Ausbildungsstätten wurde und wird bestens ausgebildetes Pflegpersonal rekrutiert.“

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