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»Kein Kavaliersdelikt!«

Elke Zimmermann: „Gesetze allein schützen nicht vor sexueller Belästigung!“

Rund 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen machen im Verlaufe ihres Arbeitslebens Erfahrungen mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Vorfälle dieser Art sind in Österreich strafbar. In der Realität melden sich jedoch nur die wenigsten Opfer und erstatten Anzeige.

Arbeitgeber haben Schutzfunktion

Für die Landesfrauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen, Elke Zimmermann, ist dieser
Umstand ein Thema, das auf  Seiten der Arbeitgeber zu verstärkten Anstrengungen führen muss: „Sexuelle Belästigung bedeutet für die betroffenen Personen körperliche und seelische Gewalt. Daher darf das Thema in den Betrieben nicht totgeschwiegen werden. Egal ob Einstellungsgespräch oder Verhaltensregeln für die Belegschaft, die MitarbeiterInnen sollen entsprechend sensibilisiert werden.“

Der Arbeitgeber sei gesetzlich verpflichtet, strafbares Verhalten zu unterbinden. Zimmermann: „Tut er das nicht, kann er zur Verantwortung gezogen werden. Wer belästigt wird, kann Ansprüche vor dem Arbeits- und Sozialgericht oder der Gleichbehandlungskommission geltend machen.“

Betroffene sollen sich wehren

Sexuelle Belästigung kann verbale und nonverbale, verdeckte und offene Übergriffe umfassen. Dazu gehören etwa Poster von Pin-ups am Arbeitsplatz, Anstarren, taxierende Blicke, anzügliche Witze, aber auch Gespräche, E-Mails,
SMS-Nachrichten mit sexuellen Anspielungen und natürlich körperliche Berührungen. Im Falle des Falles, so Zimmermann, sei es wichtig, dass sich betroffene Frauen zur Wehr setzten. Bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft
gingen jährlich ca. 200 Beschwerden wegen sexueller Belästigung ein. „Die Dunkelziffer dürfte jedoch viel höher liegen. Viele melden den Vorfall aus Angst vor einer Täter-Opfer-Umkehr nicht“, so die FSG-Landesfrauenvorsitzende.

Umso wichtiger wäre eine regionale Anlaufstelle und eine Telefon-Hotline, die Zimmermann gemeinsam mit ihren SPÖ-Kolleginnen Gabi Sprickler-Falschlunger und Veronika Keck fordert und einen entsprechenden Antrag im Landtag einbringen wird. Zimmermann abschließend: „Wenn KollegInnen das Gefühl haben, diskriminiert oder belästigt zu
werden, ist es wichtig, nicht zu schweigen. Und: Holen Sie sich Hilfe, beim Betriebsrat, beim Jugendvertrauensrat
oder bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft!“

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