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»6000 Jugendliche in Vorarlberg nur mit Pflichtschulabschluss!«

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „Politik und Wirtschaft gefordert!“

„Am meisten schaden sich junge Menschen selber, wenn sie nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung absolvieren. Denn Menschen ohne Berufsausbildung verdienen durchschnittlich 658 Euro im Monat weniger als Absolventen einer Lehrausbildung.“ Das meint AK-Vizepräsidentin Manuela Auer in einer Reaktion auf eine Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) im Auftrag der AK Vorarlberg. Darin wurden u.a. die verschiedenen Folgen einer zu geringen Bildungsqualifikation untersucht.

Ein Alarmsignal für die politisch Verantwortlichen!

Wer nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung vorweisen könne, werde vom Arbeitsmarkt lediglich als „billige Verfügungsmasse“ betrachtet und entsprechend entlohnt, so die Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Vorarlberg. Und weiter: „Rund 6000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren haben in Vorarlberg keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Schulabschluss. Das sind etwas mehr als 12 Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe. Damit liegt unser Bundesland über dem Österreich-Durchschnitt. Das ist ein Alarmsignal für die politisch Verantwortlichen!“

Ohne Weiterbildung im „Teufelskreis“

Wer nach der Pflichtschule ohne weiteren Abschluss bleibe, der gerate in einen „Teufelskreis“ von Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung. Für solche Menschen werde es immer schwerer, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dazu komme, dass auch der Arbeitsmarkt immer weniger so genannte HilfsarbeiterInnen benötige, auch für niedrige Tätigkeiten z.T. besondere Qualifikationen erfordere.

AK - Forderungskatalog

AK Vizepräsidentin Manuela Auer: „Wir alle sind aufgefordert, möglichst viele junge Menschen von der Notwendigkeit einer Berufsausbildung zu überzeugen. Andererseits sind von politischer Seite dazu jedoch auch die absolut notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Und die beginnen schon damit, dass ein Bildungsabbruch im Elementarbereich verhindert werden muss.“ Dazu zählen u.a. die Förderung der Sprachkompetenz bei Migrationshintergrund, der Ausbau verschränkter Ganztagesschulen, eine Ausbildungspflicht bis 18, eine verstärkte Kooperation zwischen Lehrlingen und ihren Eltern, dem AMS, SozialarbeiterInnen und Betrieben, Anreize für Betriebe Jugendlichen ohne Lehrabschlüsse höher zu qualifizieren und vieles mehr. Die AK Vorarlberg habe dazu ein umfangreiches und wirksames Forderungspaket erarbeitet. „Land und Wirtschaft wären gut beraten, die darin enthaltenen Lösungsansätze schnellstmöglich umzusetzen“, so Manuela Auer abschließend.

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