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»12-Stunden-Tag: Vieles unklar!«

AK-Vizepräsidentin LAbg. Manuela Auer: „Nichts unterschreiben!“

Seit vergangenem Samstag gilt das neue Arbeitszeitgesetz. Das „überfallsartig“, ohne jedes Gespräch mit den Arbeitnehmervertretungen beschlossene Gesetz macht ab sofort den 12-Stunden-Tag bzw. die 60-Stunden-Woche möglich. AK-Vizepräsidentin LAbg. Manuela Auer warnt: „Durch die neuen Bestimmungen werden zum Einen Schutzbestimmungen gelockert, zum Anderen drohen auch finanzielle Einbußen.“
 
Viele Unklarheiten - handwerklich schlecht gemacht
Das Gesetz weise viele unklare Formulierungen auf, kritisiert die AK-Vizepräsidentin weiter. Wörtlich meint sie: „Das Gesetz ist nicht nur ein Anschlag auf die Rechte und die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen. Es ist zudem auch handwerklich schlecht gemacht. Dadurch müssen etliche Klarstellungen erst vor Gericht ausgefochten werden.“ Zwar würden Arbeiterkammer und Gewerkschaft im Bedarfsfall mit entsprechendem Rechtsbeistand hilfreich zur Seite stehen, aber, „das kann in der Praxis für betroffene ArbeitnehmerInnen ein mühevoller Gang durch die gesetzlichen Instanzen werden.“
 
Gratis Hotline
Für die Beschäftigten heißt es deshalb Vorsicht vor einer Unterschrift. Manuela Auer: „Eine Ausdehnung der maximalen Normalarbeitszeit muss in manchen Fällen ausdrücklich neu vereinbart werden. Bestehende Betriebsvereinbarungen sind daher weiterhin gültig. Unterschreiben Sie keine neuen Vereinbarungen ohne vorherige Prüfung durch die AK- oder die Gewerkschaft!“ Unter der Gratisnummer 0800 22 12 00 60 stehen ArbeitsrechtsexpertInnen von 9.00 – 18.00 Uhr für persönliche Beratungen zur Verfügung.
 
Arbeitszeit dokumentieren
„Grundsätzlich“, so Manuela Auer, „sollten ArbeitnehmerInnen jetzt eigenständig Aufzeichnungen über ihre Arbeitszeit machen, um einen möglichen Missbrauch zu vermeiden“. Die Arbeitszeitaufzeichnungen kann man ebenfalls von der Gewerkschaft oder der AK überprüfen lassen. Sie zählen, bei einem notwendigen Einschreiten der AK als Beweis.
 
Zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz durch Gewerkschaft
Für das Verhandlungsklima zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft bedeute der de facto Ausschluss der ArbeitnehmerInnen von der Mitsprache das neue Gesetz betreffend nichts Gutes. „Wer glaubt, dass wir das so hinnehmen, hat sich schwer verrechnet“, so Auer. Gleichzeitig startet die Gewerkschaft eine neue Initiative die zeigen werde, wie ein zeitgemäßes Arbeitszeitrecht aussehen müsse. Erste Eckpunkte dazu sollen bereits Mitte September bekannt gegeben werden.

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