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»Flexibilisierung der Arbeitszeit«

Flexibilisierung der Arbeitszeit

AK Vizepräsidentin Manuela Auer: „Der 12-Stunden Tag muss die Ausnahme bleiben“!

Seit langem bereits gibt es Bemühungen der Unternehmer, die tägliche Arbeitszeit - etwa für die Abwicklung von Großaufträgen - auf zehn bis zwölf Stunden auszuweiten. Das, auch ohne Überstunden dafür bezahlen zu müssen. Dazu werde es mit Sicherheit nicht kommen, meint AK Vizepräsidentin Manuela Auer. „Es gibt bereits jetzt eine Vielzahl von Möglichkeiten und unzählige Fälle die Arbeitszeit in Ausnahmefällen auf bis zu 12 Stunden auszudehnen. Allerdings müssen die dafür anfallenden Überstunden den Arbeitnehmern vergütet werden.“

Mehrarbeit muss entlohnt werden
Fällt diese Regelung wäre dies für die Arbeitnehmer mit großen finanziellen Verlusten verbunden. Manuela Auer: „In Österreich werden jährlich bis zu 200 Millionen Euro an Überstunden geleistet. Das entspricht einem Wert von etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Es liegt daher auf der Hand, dass Arbeitnehmer für geleistete Mehrarbeit auch einen fairen Gegenwert erhalten.“

Ein 12-Stunden Tag ist nicht familienfreundlich
Dass Familienministerin Karmasin sich in dieser Frage mehr der Wirtschaft als den Familien verpflichtet fühle, sei bedauerlich, meint die AK-Vizepräsidentin. Grund für diese Kritik ist „die eigenartige Auslegung von Arbeitszeitflexibilisierung der Ministerin“. „Ein 12 Stunden Tag ist nicht familienfreundlich“, so Manuela Auer. Dazu komme die in weiten Teilen Österreichs, insbesondere jedoch in Vorarlberg, völlig ungelöste Frage der Kinderbetreuung. „Die Ministerin fordert, dass sich die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen an den Bedürfnissen der Eltern und der Wirtschaft orientieren. Da kann sie aber auch gleich die Wirtschaft in die Pflicht nehmen und dort für einen massiven Ausbau der Betriebskindergärten werben. Wer Flexibilität fordert, muss auch für ein entsprechendes Angebot sorgen“, betont Auer. , für die Flexibilität aus Geben und Nehmen besteht.

Zuerst Rahmenbedingungen schaffen
Die AK-Vizepräsidentin abschließend: „Wir scheuen keine Diskussion. Bevor wir über Arbeitszeitflexibilisierung verhandeln, müssen die Rahmenbedingungen passen: qualitativ hochwertige Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten die der Arbeitsrealität entsprechen, Vollzeitarbeitsplätze für Frauen, die das wollen, und ein Einkommen, das ein gutes Leben ermöglicht“.

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