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»Die Post vergisst ihre MitarbeiterInnen, bedient dafür Aktionäre«

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „Gewinne anständig verteilen!“

Die Post vergisst ihre MitarbeiterInnen, bedient dafür Aktionäre

 

Die Österreichische Post steigerte 2016 ihr Betriebsergebnis. Der „Schönheitsfehler“ dieser positiven Bilanz ist jedoch die Absicht des Postvorstandes an die Inhaber von Postaktien eine erhöhte Dividende auszuschütten, aber berechtigte Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ignorieren.

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer und Franz Mähr, Vorsitzender der Postgewerkschaft in Vorarlberg, kritisieren diese Vorgangsweise massiv. Auer: „Seit Jahren verlangen die FSG-GewerkschafterInnen und BetriebsrätInnen Maßnahmen für altersgerechte Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen und stoßen beim Management stets auf taube Ohren, weil dies aus Sicht des Vorstandes nicht finanzierbar sei. Für Aktionäre scheint im Gegensatz dazu jedoch immer genug Geld vorhanden zu sein.“

Enormer Arbeitsdruck

Der Chef der Postgewerkschafter im Ländle, Franz Mähr weist in diesem Zusammenhang auf die vielfältigen Belastungen der Beschäftigten hin: „Die hohe Anzahl an Krankenständen und Burn-Out-Fällen in einzelnen Bereichen spiegelt die momentane Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Der ständig steigende Arbeitsdruck und die schlechte Bezahlung führen zu einer immensen Personalfluktuation.

Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten

Seit dem Börsenganz, so Auer und Mähr werde der jährlichen Gewinnmaximierung alles untergeordnet. Erzielte Gewinne würden jedoch nicht dazu verwendet, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern um die Postaktionäre zufrieden zu stellen. Franz Mähr: „Es ist völlig inakzeptabel, dass schriftlich vereinbarte Maßnahmen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur ausgesprochen schleppend umgesetzt werden.“ Als Beispiel nennt Mähr das zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat vereinbarte Alterssabbatical, eine Art Alterszeitlzeit.

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „Wer an einer wirklichen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung interessiert ist, muss anders agieren als der Postvorstand es vormacht!“ Und abschließend: „Wenn die Unternehmensleitung hier nicht einlenkt, habe ich volles Verständnis dafür, dass die Postgewerkschaft als letztes Mittel auch Arbeitskämpfe überlegt.“

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